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Besetzung

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Matthias Schlensker, 19. April 2019
Diese Oper fordert Darstellern, Team und Zuschauern etliches ab. Wir erleben einen ambitionierten Abend mit einer Zielrichtung außerhalb der oftmals von traditionellem Publikum geforderten Gefälligkeit. Wohl gerade deshalb ist diese Aufführung äußerst anstrengend, aber zugleich überwältigend und die Zuschauer in jeder Faser vereinnahmend, um ihnen ein unkonventionelles intensives Opernerlebnis zu verschaffen. Die Anstrengung gründet sich vor allem darauf, dass dieses einzigartige Werk zugleich auf einer intellektuellen und einer intuitiven Ebene rezipiert werden will. Die intellektuelle, von Heiner Müllers Theaterstück inspirierte Ebene manifestiert sich neben der Handlung vor allem im Wort, das über die Betitelung von Zitaten und Gesungenen vermittelt wird. (Leider sind die Projektionsflächen nicht von allen Plätzen voll einsehbar.) Die Musik vereinnahmt dabei zugleich das Unbewusste und eröffnet eine zwingende Dimension des Erlebens - so sich die Hörer innerlich darauf einlassen. Es bedarf schon eines besonderen Könnens und Geschicks, das äußerst komplexe musikalische Erlebnis unter Zuhilfenahme neuartiger Techniken zu inszenieren und zu vermitteln. Philipp Armbruster ist hier besonders zu loben - wer außer ihm hätte hier diese künstlerische Großtat vollbringen können? Auch den Darbietenden, von den Philharmonikern über die Technik und die Statisterie bis hin zu den großartigen Sängern Allison Cook (bekanntermaßen eine "sichere Bank") und Christian Bowers gebühren höchster Respekt und ehrliche Anerkennung. Dass Luca Francesconi als Komponist des Werkes sich ebenfalls in Applaus und Zuspruch sonnen durfte, sei ihm von Herzen gegönnt.